Newsletter  -  4/2023  -  20. Dezember 2023

Newsletter der BAG Kirche + Rechtsextremismus 4/2023

 

 


Liebe Freund*innen, liebe Leser*innen,

bevor das Jahr nun auch für die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus zu Ende geht, wollen wir mit unserem letzten Newsletter des Jahres Ihnen und Euch noch ein paar Neuigkeiten, Empfehlungen für das kommende Jahr 2024 und natürlich auch weihnachtliche Grüße senden.

Hinter uns liegt ein ereignisreiches Jahr, das nicht zuletzt geprägt war vom Terror der Hamas und vom schlimmsten Angriff auf jüdisches Leben seit 1945, sowie von einer schlimmen Welle von Antisemitismus auch in Deutschland. Dies wird uns auch im neuen Jahr intensiv weiter beschäftigen.

Zuletzt mussten wir uns auseinandersetzen mit den Folgen der Haushaltsprobleme im Bund. Wir protestierten zusammen mit vielen anderen Trägern gegen die drohenden Folgen für die über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ finanzierten Projekte. Wir sind froh, dass hier offenbar für den Moment die größten Probleme erst einmal gelöst sind. Dennoch zeigt die Auseinandersetzung wieder einmal deutlich, wie dringend notwendig die immer wieder angekündigte Verabschiedung des Demokratiefördergesetzes durch den Bundestag ist.

Immerhin fand unter anderem im Dezember auch eine tolle Veranstaltung in Hannover statt, in der wir auf das Thema „Anti-Gender-Diskurse und Gegenstrategien in Kirche und Gesellschaft“ schauten. Ein Bericht hierzu folgt im neuen Jahr. Wir laden in diesem Newsletter herzlich ein zur Tagung des Kompetenznetzwerks Rechtsextremismusprävention im April in Leipzig. Außerdem haben wir einen Nachholtermin für unser ausgefallenes Online-Seminar Gefährliches Erbe – Geschichte und Gegenwart von christlichem Antijudaismus„. Auch ist frisch erschienen eine neue Ausgabe unserer „Einsprüche“-Broschüre, die schon jetzt als PDF heruntergeladen und ab Januar 2024 auch bestellt werden kann.

Eine Veränderung gibt es in der Organisation der Geschäftsstelle – der Schreibtisch des Projektleiters Henning Flad zieht nach sechs Jahren in den Räumen des Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) zum neuen Jahr in die Räume unserer Trägerorganisation Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. um. Wir danken sehr für die schöne Zeit beim BDKJ und die tolle Zusammenarbeit, und wir freuen uns auf die weitere Kooperation.

Damit bleibt uns, Ihnen und Euch von Herzen ein paar erholsame Weihnachtsfeiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr zu wüschen.

Auf Fragen, Anregungen und Kritik freut sich mit herzlichen Grüßen

Eure/Ihre Geschäftsstelle der BAG Kirche & Rechtsextremismus


Neuer Kontakt Henning Flad

Ab Januar 2024 ist Henning Flad
Projektleiter der BAG Kirche und Rechtsextremismus
unter einer neuen Nummer erreichbar:

Telefon: 030 / 28 395 336

E-Mail: projektleiter@bagkr.de


1. Gefährliches Erbe – Geschichte und Gegenwart von christlichem Antijudaismus und Antisemitismus

 

„Der tief auch in den Kirchen verwurzelte Judenhass der früheren Zeiten nährte den Judenhass der Moderne. Auch diesem Schulderbe müssen sich die Kirchen stellen.“

So äußerten sich der katholische Bischof Reinhard Marx und der ehemalige Ratsvorsitzende der EKD, Heinrich Bedford-Strohm, in einer Erklärung zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. Für die christliche Theologie ist die kritische Auseinandersetzung mit Antisemitismus von zentraler Bedeutung für die Aufarbeitung eigener Gewalttraditionen. Christlicher Antijudaismus und Antisemitismus sind noch heute präsent und prägen gesellschaftliche und kirchliche Auseinandersetzungen.

Welches sind die zentralen Ideologieelemente des Antijudaismus? Wie haben die Kirchen ihre Theologie nach 1945 verändert? Welche antijüdischen Stereotype sind auch heute noch in der Alltagskultur präsent, und welche Folgen haben diese?

Das Online-Seminar der BAG K+R soll eine Einführung geben in Geschichte und Gegenwart von christlichem Antijudaismus und Antisemitismus. Vorkenntnisse in Theologie sind nicht erforderlich.

Das Online-Seminar findet statt am 08. April 2024 von 14:00 Uhr bis 15:00 Uhr auf Zoom.
Referent: Henning Flad, Projektleiter der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAG K+R)

Wir bitten Sie und Euch, sich spätestens bis zum 05.04.2024 anzumelden.

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Anmeldung


2. Vierte Ausgabe der „Einsprüche“ erschienen

Auch im vierten Jahr der Schriftenreihe „Einsprüche. Studien zur Vereinnahmung von Theologie durch die extreme Rechte“ beschäftigen wir uns damit, dass zentrale rechtspopulistische Akteur*innen und jene der „Neuen Rechten“ seit langem auf religiöse Motive zurückgreifen. Ihre Versuche, sich auf pseudotheologische Argumente zu stützen, um eine rechte Identitätspolitik zu stärken, sind gefährlich und die Instrumentalisierung oft nur durch eine kenntnisreiche Analyse zu erfassen.

Doch wir schauen in diesem Jahr auch dorthin, wo kirchliche und theologische Vordenker*innen – bis hin zum Papst – rechtspopulistische Ideologiefragmente vertreten. Damit können manche Aspekte dieser Analysen für die Kirchen schmerzhaft sein – »neurechte« Theologie entstand nicht in einem Vakuum, sondern greift oft auf wichtige theologische Stimmen aus der kirchlichen Ideen- und Theologiegeschichte zurück. Auch diese Bezugspunkte gilt es kritisch in den Blick zu nehmen.

In der aktuellen Ausgabe:
1. Zurück zur „natürlichen“ Geschlechterordnung? Theologische und theopolitische Motive im Anti-Gender-Diskurs von Ruth Heß
2. Apokalypse und Ausnahmezustand in der politischen Theologie der Neuen Rechten von Rolf Schieder

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Weitere Publikationen


3. Neu: Podcast #kurzgefragt – Antisemitismus und Rassismus begegnen

Welche Erscheinungsformen haben Antisemitismus und Rassismus in Deutschland? Was haben Verschwörungserzählungen, Debatten über Israel, Jugendkulturen und die Neue Rechte damit zu tun? Und warum unterscheiden wir überhaupt zwischen verschiedenen Formen des Rassismus und Antisemitismus?

Mit diesem Podcast bietet Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. Hintergrundwissen zu verschiedenen Themen rund um diese Phänomene. Im Gespräch mit Expert*innen werden unterschiedliche Aspekte, fragen nach Gemeinsamkeiten und Differenzen, nach Wirkmacht und Funktion beleuchtet. Von Antiziganismus bis Verschwörungserzählung soll ein gut verständlicher Einblick in oft komplexe Themen geboten werden. Die Gesprächspartner*innen kommen aus Wissenschaft, Beratung, Bildung und / oder aus den Communities der Betroffenen selbst.

Die erste Folge ist ein Gespräch über jüdische Perspektiven auf Antisemitismus mit Marina Chernivsky, der Geschäftsführerin von OFEK e.V. – einer Beratungsstelle für Betroffene antisemitischer Gewalt und Diskriminierung.

Die Folge ist ab sofort auf allen gängigen Podcastplattformen abrufbar. Weitere Folgen erscheinen immer donnerstags.

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4. Save the Date

Tagung des Kompetenznetzwerks Rechtsextremismusprävention 
Der Normalisierung entgegentreten – entschlossen und vernetzt gegen Rechtsextremismus

Am 18. und 19. April 2024 im Mediencampus Villa Ida in Leipzig

Extrem rechte und menschenverachtende Einstellungen sind zur größten Bedrohung für das demokratische und vielfältige Zusammenleben geworden. Die rechtsextreme Mobilisierung der vergangenen Jahre zeigt Wirkung: Unsere Demokratie ist gefährdet wie lange nicht mehr. Regelmäßig nutzt die extreme Rechte gesellschaftliche Krisen, um gegen Minderheiten und politisch Andersdenkende zu hetzen oder demokratische Institutionen zu diffamieren. Längst sind traditionell rechtsextreme Themen wie die Abwehr von Migration, Wissenschaftsfeindlichkeit, das Verächtlichmachen von Medien und Journalist*innen, die Leugnung der Klimakrise oder die Ablehnung von Gleichstellungsstrategien für viele Menschen anschlussfähig geworden.

Vor dem Hintergrund von Wahlerfolgen von Akteur*innen der extremen Rechten auf lokaler und Landesebene sind Bürger*innen ebenso wie die Zivilgesellschaft herausgefordert. Dabei wird es in einigen Regionen für engagierte Menschen aus Initiativen, demokratischen Parteien oder Kirchengemeinden zunehmend schwierig bis gefährlich, sich offen für Demokratie und Menschenrechte einzusetzen. Egal ob auf der Straße, in der Schule oder bei öffentlichen Veranstaltungen: Bedrohungen und auch Übergriffe sind zur Normalität geworden. Gleichzeitig sehen wir in weiten Teilen der Gesellschaft den Wunsch, dem Rechtsextremismus engagiert entgegenzutreten. Dies wollen wir auf der Tagung des KompRex aufgreifen.

Wie begegnen wir dieser großen Herausforderung für unsere Demokratie wirksam? Welche Bereiche und Akteur*innen sind gefragt? Wie können wir diejenigen unterstützen, die von rechts angefeindet und bedroht werden? Wir wollen es nicht bei einer bloßen Bestandsaufnahme belassen, sondern gemeinsam diskutieren, wo und wie wir handeln müssen, wie eine wirksame Prävention in Zukunft aussehen soll und stellen dafür verschiedene Ansätze und Zugänge vor.

Wir laden Sie herzlich ein, am 18. und 19. April 2023 in Workshops, bei Vorträgen und Diskussionsformaten ins Gespräch zu kommen, voneinander zu lernen und sich weiter zu vernetzen – für eine starke Zivilgesellschaft.

Eine Anmeldung ist ab 8.  Januar 2024 möglich unter komprex.de

 

Mitgliederversammlung 2024

Die Mitgliederversammlung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus findet 2024 statt am

26. und 27. April im „Franz – Tagungs- und Stadthotel“ in Essen.

Weitere Infos zu Programm und Anmeldung folgen Anfang 2024.

 

Forum 2024

Die Jahrestagung 2024 der BAG K+R findet statt am

15. und 16. November 2024 im Dietrich-Bonhoeffer-Hotel in Berlin-Mitte.

Weitere Infos zu Schwerpunkt, Programm und Anmeldung folgen 2024.


Die Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung des BMFSFJ oder des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autorinnen und Autoren die Verantwortung.


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